Das Buch


Es ist dies nicht einfach nur eine Geschichte von der Liebe zu einem Pferd, nein nicht nur  das, sondern die Erzählung bedeutender Erkenntnisse an die mich mein Pferd heranführte und die zu einer herrlichen, außerordentlich lockeren Art zu reiten geführt hatte, einer Art, die keine Trense oder anderes Mundstück, keine Gerte, Sporen oder Sperrriemen und sonstige Zwangsriemen erfordert.

Ich entdeckte, wie schon in Verbindung mit anderen Tieren, dass der Kern der nahen Kommunikation mit anderen Wesen (und auch Menschen) ganz wo anders liegt, als es unsere allgemeine Meinung darstellt.

Am schönsten drückte es Antoine de Saint-Exupéry aus, in seinem bekannten und überaus lesenswerten Buch „Der kleine Prinz“. Durch den Fuchs lässt er es sagen:
„Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“.
Als mir eines Tages mein Pferd zeigte, dass es aus freien Stücken, ohne strenge Reitdisziplinen, mit mir als Lebenspartner, genau so kooperativ und lenkbar ist wie vorher - als man noch als Tier- und Weltbeherrscher auftrat.

Ich war damals aus allen Wolken gefallen, als bei mir das Licht aufging. Mein Pferd hatte von sich aus den Anfang gemacht und ich hatte Gott sei Dank richtig verstanden. Die Folge war eine 180-Grad Wendung von mir. Von einen Tag auf den anderen konnte ich plötzlich mein Pferd ruhig und locker, ohne jegliches mechanische Hilfsmittel reiten, - genau so verlässlich wie vordem, doch ohne Gebrauch all der Hilfsmittel, die man standardmäßig beim Reiten einsetzt.
Ursache war nicht nur ein anderes Reglement beim Reiten, das hätte im Prinzip nur teilweise das erreicht, was in Wirklichkeit später daraus wurde. Erst eine Studienreise nach Arizona und die Auseinandersetzung mit indianischen Denkweisen, brachte mir das letzte Quäntchen der Bestätigung, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Seit ich diese neu entdeckte Denkweise in seriöser Art in meinem tiefsten Inneren beheimatet hatte, ging alles von alleine. Alle Tiere ließen es mich merken, bald auch die Menschen meiner Umgebung. Garantierte Wertschätzung allen Lebens, meinerseits und seitens des Gegenübers, macht die Welt erst lebenswert.

Gerald F. v. Kleczkowski

 


Hab stets ein warmes Herz
und kühlen Kopf dazu
dann seid ihr immer eins
dein Pferd und Du